Spielerisches Geschichten-Erzählen im Team – Heute haben wir zwei Tipps für Euch, wie man lernen kann, mit anderen gemeinsam Geschichten zu entwickeln und zu erzählen. Dazu blenden wir den Transmedia-Part einmal bewusst aus und betrachten eher die rein spielerischen Ansätze hierzu – ja, ich meine tatsächlich Spiele.

Denken und Spielen

Als erstes möchte ich Euch das Spiel Merk-Malaus der Ravensburger THINK®-Reihe vorstellen. Vielleicht kennt es der eine oder andere auch bereits, denn das Spiel gibt es schon seit vielen Jahren, nur hieß es in den Jahren vor 2005 noch Memo-Story. Damals herrschte gerade ein Boom an Spielen und Rätseln, welche die Grauen Zellen auf Vordermann bringen sollten und so brachte Ravensburger diese Reihe auf den Markt.

[lightbox full=”https://tmsb.de/wp-content/uploads/2011/10/THINK-Merk-Mal-ehemals-Memo-Story.jpeg” title=”THINK® – Merk-Mal (ehemals Memo Story) / Ein Ravensburger-Spiel”]

Ein Ravensburger-Spiel

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Bei Merk-Mal wird mit Hilfe von Karten eine relativ einfache aber effektive Memo-Technik trainiert. Dabei bekommt jeder Mitspieler eine bestimmte Anzahl an Karten auf die Hand, die er versuchen muss, möglichst als erster loszuwerden. Auf jeder Karte ist ein ganz eigenes Motiv dargestellt und jeder kann pro Runde immer nur eine Karte ablegen. Dabei wird über den Kartenstapel in der Mitte mit jeder neuen Karte eine Geschichte erzählt, denn beim Ablegen muss der Ableger zu dem Motiv auf seiner Karte einen Satz sagen, der zu der Geschichte passt, die bereits von den anderen in die Mitte gelegt wurde. Dabei entstehen häufig sehr lustige und unglaubliche Geschichten, die aber den eigentlichen Prozess des Geschichten-Erzählens wunderbar trainieren können.

Darüber hinaus muss man sich aber ähnlich wie bei dem Spiel “Ich packe meinen Koffer und nehme …” merken, welche Motive, beziehungsweise welche Geschichte bereits in der Mitte liegt. Es kann nämlich jederzeit passieren, dass einem  misstraut wird, die Geschichte behalten zu haben. In dem Fall wird der offen ausgespielte Kartenstapel in der Mitte nämlich umgedreht und man muss die Geschichte Karte für Karte mit eigenen Worten wiedergeben. Schafft man dies, bekommt der Misstrauende alle Karten auf die Hand. Kann man die Geschichte nicht nacherzählen, muss man die gesamten Karten aus der Mitte auf die eigene Hand nehmen.

Abwandlung für eigene Projekte

Man kann dieses Spiel übrigens leicht abgewandelt auch wunderbar dazu benutzen, um Projekt-bezogene Geschichten im Team zu entwickeln. Dazu erstellt man sich einfach selbst ein Set an Karten. Auf diesen sind dann nicht unbedingt Bilder drauf abgedruckt sondern wichtige Begriffe mit denen jeder etwas anfangen kann. Protagonist, Aufgaben oder Verfolger sind nur einige Beispiele für solche Begriffe.

Bevor es richtig losgehen kann, benötigt man noch Stifte und viele kleine Zettel, die man in entsprechender Menge an alle teilnehmenden Team-Mitglieder austeilt. Dann wird der Stapel Begriffs-Karten gut gemischt und verdeckt in die Tisch-Mitte gelegt. Nun geht es reihum und der erste zieht die oberste Karte und liest den darauf enthaltenen Begriff laut vor – und zeigt diesen eventuell noch in die Runde. Anschließend schreibt jeder alles auf die kleinen Zettel, was ihm oder ihr zu dem Begriff einfällt. Dabei gilt es nur zu beachten, dass auf jedem Zettel immer nur eine Idee (noch besser nur ein Wort) geschrieben wird, damit man sich mehr auf die Findung weiterer Ideen als auf einen Roman konzentrieren kann.

Wenn dem letzten keine weiteren Ideen/Worte mehr einfallen legt auch dieser seinen Stift vor sich auf den Tisch und die Zettel werden eingesammelt und der Karte zugeordnet zunächst abgelegt, bis man für alle Karten entsprechend Ideen gesammelt hat. Danach gibt es erst einmal eine wohlverdiente Pause.

Anschließend kommen alle wieder zusammen und die Karten und Zettel werden entsprechend z.B. an Meta-Plan-Wänden aufgehangen. Nun geht man zu jeder Karte die darunter befindlichen Ideen durch und jeder kann dabei seine Idee etwas genauer beschreiben und den anderen vorstellen. Auf diese Weise befruchtet man sich gegenseitig mit seinen Ideen und es dürfen auch immer noch neue Zettel hingehangen werden.

Wurden alle Ideen vorgestellt, kann man für diese noch Punkte vergeben lassen, um zu sehen, welche Zettel vielleicht ein bisschen mehr herausstechen als andere. Anhand der gesammelten Ergebnisse kann man dann beginnen, einen oder gleich mehrere rote Storyfäden zu stricken.

Spielen und Erzählen

Das zweite Spiel, welches wir Euch in diesem Zusammenhang vorstellen möchten, ist noch gar nicht auf dem Markt. Es handelt sich dabei um Bhaloidam und wenn ihr wollt, habt ihr noch eine Woche lang die Möglichkeit, Euch an der Finanzierung dieses Zakelro-Projektes auf Kickstarter zu beteiligen. Bislang ist leider erst die Hälfte des notwendigen Geldes zusammen gekommen – aber es sind ja auch noch acht Tage bis die Finanzierung stehen muss.

Bei dem Spiel handelt es sich um ein Brettspiel. Auf der Projekt-Webseite heisst es dazu, dass man mit dem Spiel jedes noch so erdenkliche Geschichten-Szenario entwerfen und spielen kann, dass man sich nur vorstellen kann. Dabei schränkt es nicht durch vordefinierte Aktionen ein sondern lässt den Teilnehmern größtmögliche Freiheit zur Entfaltung ihrer Ideen. Man entwickelt gemeinsam eine Welt für die Geschichte und ist dann Verantwortliche über Glück und Unglück seiner eigenen Figuren.

Bei einer rein oberflächlichen Betrachtung entsteht der Eindruck, dass Bhaloidam seine tiefsten Ursprünge in den Gewerken von Pen & Paper-Spielen hat. Nichts desto trotz versprechen die Entwickler, dass man egal ob jung oder alt, ob Anfänger oder Experte, gemeinsam schon in Spielrunden von 45 Minuten in seine ganz eigenen Welten eintauchen kann.

Somit hoffen wir mal, dass es tatsächlich zur Finanzierung dieses Projektes kommt, tragen unseren kleinen Teil dazu bei und sind gespannt, wie das Geschichten-Erzählen dann in der Umsetzung funktionieren wird.

Wer sich jetzt schon etwas mehr mit Bhaloidam beschäftigen will, der findet in diesem Video weiterführende Informationen:

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